Manfred Schulte hat elf Jahre für den SV Meppen gespielt, davon neun in der 2. Bundesliga. Der gebürtige Papenburger absolvierte für die Blau-Weißen 243 Punktspiele, davon 219 im Fußball-Unterhaus. Dabei stand er 190 Mal in der Startelf. Nur ein Meppener Fußballer hat mehr Partien im DFB-Pokal bestritten als der zweikampfstarke Mittelfeldspieler, der heute 60 Jahre alt wird.
Schulte fand über Amisia Papenburg 1986 den Weg zum Meppener Oberliga-Rivalen VfB Oldenburg. Unter Trainer Hans-Dieter Schmidt, der von 1978 bis 1983 den SVM coachte, wurde er schnell zur Stammkraft. Bei beiden Duellen mit den Emsländern kam er nicht zum Einsatz.
Die Meppener stiegen 1987 in die 2. Bundesliga auf. Zwei Jahre später folgte Schulte dem Ruf der Blau-Weißen unter Trainer Rainer Persike. Am dritten Spieltag gab er bei Eintracht Braunschweig (0:3) sein Zweitligadebüt. Fünf Spieltage später absolvierte er für den SVM die erste Partie über 90 Minuten gegen Hertha BSC (0:0). Auf den ersten von insgesamt acht Treffern in der 2. Liga musste der Blondschopf noch warten. Der gelang erst unter Trainer Horst Ehrmantraut am 5. Oktober 1991 beim 2:1-Heimsieg gegen Braunschweig.
„Gerade als Emsländer war die Zeit phänomenal“, erinnerte sich Schulte schon zum hundertjährigen Bestehen des SV Meppen gern an seine Zweitliga-Jahre. Die Spiele gegen Eintracht Frankfurt, St. Pauli oder 1860 München hat er besonders in Erinnerung. Dabei kassierte der Fußballer bei St. Pauli 1991 sogar eine Niederlage. Obwohl Meppen die Partie bei einer bärenstarken Vorstellung bestimmte, sich viele gute Möglichkeiten erspielte und durch Damir Bujan vor 20.600 Zuschauern am Millerntor in Führung ging, hieß es am Ende 1:2. Die Zuschauer verabschiedeten den starken Verlierer mit viel Beifall. Ein besonderes Erlebnis - nicht nur für Schulte.
Außergewöhnlich war für den Mittelfeldspieler auch der 2:1-Erfolg bei 1860 München. Anfang Dezember 1993 machten sich die Meppener beim Aufstiegsfavoriten quasi selbst ein Weihnachtsgeschenk. Der Gastgeber kassierte die erste Heimniederlage gegen eine glänzend aufgelegte Gäste-Elf, in der nicht nur Schulte gefiel. Rainer Rauffmann brachte den SVM in Führung, Peter Pacult glich aus und Andreas Helmer schockte die „Sechziger“ mit dem Siegtreffer in vorletzter Minute. Und das in Unterzahl: Schulte hatte kurz zuvor „Gelbrot“ gesehen.
Gegen Frankfurt feierte der Außenseiter aus dem Emsland im Spätsommer 1996 binnen zehn Tagen zwei grandiose Siege: 6:1 fertigte das Team von Paul Linz den mit Top-Spielern gespickten Gegner aus der Main-Metropole ab. Nach frühen Meppener Toren durch Alexander Ukrow und Andreas Helmer gelang dem Team von Gäste-Coach Dragoslav Stepanovic der Anschlusstreffer durch Johnny Ekström. Doch Christian Claaßen, Mario Lau, Damir Bujan und Bernd Winter machten die Sensation vor 10.000 Zuschauern perfekt. Schulte glänzte gegen Spielmacher Maurizio Gaudino, der fünf Länderspieleinsätze verzeichnete. Wenige Tage später setzte sich der SVM - allerdings ohne Schulte - 1:0 im Punktspiel in Frankfurt durch. Beim 1:1 in der Rückrunde, bei dem Ehrmantraut auf dem Eintracht-Trainerstuhl, saß mischte der Papenburger wieder munter mit.
In der Abstiegssaison fiel Schulte länger aus. Er blieb beim SVM, der mit Mirko Votava die Mission sofortiger Wiederaufstieg plante. „Es wurde versucht, mit finanziellen Mitteln die Mannschaft zu verstärken. Das hat nicht richtig funktioniert“, erklärte der Spieler. Im Endspurt übernahm Rainer Persike und holte mit dem Team erstmals den Niedersachsenpokal. Nach dem 2:1-Sieg in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Kickers Offenbach zog der SVM mit Bayern München ein Traum-Los. Vor 14.500 Zuschauern verlor Meppen 1:4. Für den Gast trafen Carsten Jancker, Alexander Zickler (2) und Giovane Elber. Garip Capin verkürzte zwischenzeitlich auf 1:2. Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld zollte dem SVM-Team mit Kapitän Schulte Respekt für eine starke Leistung. Die Partie war für Schulte ein weiteres Highlight. Wie Eckhard Vorholt, Robert Thoben und Andreas Helmer lief er für den SVM 14 Mal im DFB-Pokalwettbewerb auf. Häufiger kam nur Thomas Böttche zum Einsatz (17).
2000 verabschiedete sich Schulte in Meppen. Danach war er noch zweimal bei BW Papenburg engagiert als Spieler und Trainer. Weitere Stationen waren auch VfL Emslage, SV Strücklingen und SV Esterwegen, mit dem er 2022 den Kreispokal holte.