Der SV Meppen gratuliert: Bernd Deters wird heute 65


Bernd Deters genießt längst Legenden-Status beim SV Meppen. Er war als Fußballer über 20 Jahre für den Verein aktiv und darüber hinaus noch Co- und Jugendtrainer. Zudem bedeuten seine 524 Ligaspiele eine absolute Rekordmarke in den Meppener Annalen. Damit übertrifft er sogar sein sportliches Vorbild Hubert Hüring (451). Der langjährige Mannschaftskapitän wird am heutigen Dienstag 65 Jahre alt.

 

Die fußballerische Laufbahn des Blondschopfs begann bei Germania Twist. Im älteren B-Jugendjahrgang wechselte er 1976 zum SVM, bei dem er drei Jahre in der A-Jugend spielte. Entdeckt hat ihn Rainer Persike, der Deters‘ Bruder Norbert zum Training abholte. Er sah Bernd Deters beim Üben mit dem Ball vor dem Scheunentor. „Danach habe ich für keinen anderen Verein mehr gespielt“, schmunzelt Deters, der in den ersten 20 Jahren beim SVM nur drei Trainer hatte: Hans-Dieter Schmidt, Rainer Persike und Horst Ehrmantraut. Deters war ausgesprochen zweikampfstark und ehrgeizig. „Es war immer mein Ziel, einmal mit Hubert Hüring auf dem Platz zu stehen.“ Den Wunsch wurde erfüllte. Deters wurde wichtiger Bestandteil einer Mannschaft, die sich über Jahre entwickelte. Aus der Jugend kamen viele Talente. Das war nötig, weil der Verein keine Möglichkeit gehabt habe, sich von außen derart zu verstärken. Der Weg führte 1987 völlig überraschend in die 2. Bundesliga. „Das war kein Plan. Das hat sich einfach ergeben“, erklärt Deters.

 

Für den damals 25-Jährigen begann der Start in die 2. Liga mit einem Rückschlag. Es wurde eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert. Deters ist dankbar, dass die Erkrankung erkannt wurde. „Wer weiß passiert wäre, wenn ich weitergespielt hätte.“ Nach einem halben Jahr Pause durfte er wieder einsteigen. „Eine brutale Zeit.“ Doch durch Sonderschichten mit Persike kam er wieder heran - und am 23. Spieltag Ende Februar 1988 bei Fortuna Düsseldorf zu seiner Zweitliga-Premiere. Für Deters folgten 275 weitere Partien in der Liga.

 

Der Emsländer erlebte einige Highlights in den Zweitliga-Jahren: Er schoss drei Tore: Zwei davon beim 2:0 Heimsieg gegen Schalke 04 am 9. September 1990 gegen den späteren Nationaltorwart Jens Lehmann. Es ist der einzige Pflichtspielsieg gegen die „Königsblauen“. Tor Nummer drei erzielte er im Mai 1994 beim 2:1 gegen RW Essen. Seinen vermutlich wichtigsten Treffer für den SVM schoss er gut fünf Jahre später, also nach dem Abstieg: den 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen die Offenbacher Kickers. Der Ball landete nach seinem 25-Meter-Schuss im oberen Torwinkel. Ein „200.000-Mark-Traumtor“, hieß es. Das Losglück bescherte dem SVM und Deters ein weiteres Highlight gegen Bayern München.

 

Besonders in Erinnerung geblieben sind Deters neben dem Duell mit dem FC Barcelona und Superstar Diego Maradona 1982 die Siege gegen übermächtig scheinende Gegner wie Eintracht Frankfurt mit Trainer Dragoslav Stepanovic erst im Pokal (6:1) und wenige Tage später im Punktspiel in der Mainmetropole (1:0) oder der 2:1-Heimerfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern mit Otto Rehhagel. Aber auch die 6:7-Niederlage beim Saisonfinale am Betzenberg - das torreichste Zweitligaspiel aller Zeiten. „Das waren schon Knaller-Spiele“, schmunzelt Deters.

 

Außergewöhnlich waren die Duelle gegen den VfL Osnabrück wegen der besonderes Brisanz. „Es gibt eigentlich nichts Schöneres als gegen Osnabrück zu gewinnen. Diese Spiele bekommt man nicht aus dem Kopf.“ Bei mindestens drei Derby-Siegen war Deters dabei.

 

Meppen galt in den ersten Jahren nach dem Aufstieg zumeist als potenzieller Absteiger. „Da mussten wir sehr viel investieren“, weiß Deters. In der Saison 1994/95 klopften die Emsländer sogar ans Tor zur Bundesliga. Zwei Punkte fehlten. „Das war ärgerlich. Ich hätte gern mal gegen Mönchengladbach gespielt“, sagt Deters und wehrt sich gegen Vorwürfe, dass die Mannschaft nicht aufsteigen wollte. „Das stimmt einfach nicht.“

 

Der Emsländer hatte auch Anfragen anderen Vereine. Saarbrücken war ihm zu weit entfernt von Meppen. Mit dem VfB Oldenburg unter dem Ex-SVM-Coach Hans-Dieter Schmidt hatte er ein „Techtelmechtel. Ich war nicht mutig genug. Aber ich bereue es auf gar keinen Fall“, sagt Deters, der nach Hüring Kapitän wurde und es bis zum ersten Jahr von Trainer Horst Ehrmantraut blieb. Deters war noch mehrere Jahre Co-Trainer, etwa unter Theo Bücker und Alo Weusthof. Später hat er Jugendteams beim SV Meppen gecoacht. Bei SF Schwefingen hat er als Jugendtrainer seines Sohns Thorben begonnen und später mit der ersten Mannschaft den Klassenerhalt geschafft.

 

Den Weg von Thorben hat Bernd Deters genau verfolgt. Als der nach dem Drittligaaufstieg den SVM verlassen hat, schaute sich de Vater dessen Spiele mit Düsseldorf II, Lüneburg, Lübeck und Münster an. Seit der Rückkehr des Offensivspielers 2025 ist Bernd Deters wieder Stammgast in Meppen. Sein Sohn habe denselben Drang zum Fußball verspürt wie er selbst. „Thorben musste mehr dafür tun. Ich durfte das hier im Verein ausleben. Er musste das über Umwege machen. Aber das hat er gut hingekriegt“, ist der Vater stolz, dass der Sohn in seine Fußstapfen getreten ist und auch zum Kapitänsteam gehört. Dabei macht Bernd Deters auch Unterschiede aus: „Thorben ist mehr der technisch versierte Spieler. Ich kam mehr vom Kämpferischen.“



Uli Mentrup
18.08.2026